Bildungskrise … über die Ausmerzung der Kreativität
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Ein Kind … nennen wir Sie Marie … zeichnet in der Schule ein Bild. Marie ist 7. Die Lehrerin streift ziellos durch die Reihen und bleibt hinter Marie stehen: “Marie, was malst Du Schönes?”, fragt sie. Und Marie antwortet: “Ein Bild von Gott!” Lehrerin, nennen wir sie Fräulein Pouchty: “Aber Marie, niemand weiß wie Gott aussieht!” Darauf Marie:”In einer Minute schon!”
Unser Bildungssystem hat es sich zur Aufgabe gemacht die Kreativität in uns auszumerzen. Je älter wir werden, je mehr wir in der Schule lernen, je besser wir dort funktionieren, desto weniger kreativ sind wir. Unser Bildungssystem zielt darauf ab unseren Kopf, in den Mittelpunkt zu stellen. Dem Körper kommt eigentlich nur die formale Aufgabe zu den Kopf in die Schule zu transportieren. Einmal dort angekommen ist es das Ziel aus möglichst vielen Schülern Universitäts-Professoren zu machen. Mathe, Sprachen, Naturwissenschaften dominieren die Schullandschaft, Musik, Kunst, Handarbeit und Werken spielen eher eine untergeordnete Rolle – sogar fast überall auf der Welt. In dieser Situation und diesen Zusammenhängen hilft uns dann auch kein Pisa mehr. Kreativität entsteht aber an Schnittstellen: Zwischen Spaß und Ernst, zwischen Spiel und Lernen, zwischen dem Sitzen und Bewegung, zwischen Tanz und Klausur und zwischen Singen und Vokabellernen. Die vollkommene Konzentration auf Logik, Wissen und Auswendiglernen läßt die Kreativität früh draußen vor der Tür. So müssen wir uns auch nicht wundern, dass die Innovation in Deutschland und der Welt eine so schwierige Disziplin ist: Open Innovation hat viel mit Kreativität gemein. … und wiederum mit der Zukunftsfähigkeit, oder sehe ich das falsch?
Und was ist mit Tänzern? Was mit Malerinnen? Was ist mit Krankenschwestern? Und Handwerkern? Was passiert mit Schülern, die sich gerne bewegen, ja bewegen müssen? Mit solchen, die Wunder mit ihren Händen vollbringen können? Oder mit solchen, die statt des Mathe-Superhirns eine ausgeprägte soziale Ader haben? Oder das Singen als ihre Berufung gefunden haben? Die werden nach und nach aussortiert, bekommen schlechte Noten, gehören schon von vornherein nicht zur Elite?
Auf welchem Weg ist unsere Gesellschaft? Wir schulen heute Kinder ein, die vielleicht im Jahr 2021 Abitur machen, wissen aber nicht wie sich die Welt innerhalb von nur 5 Jahren verändert wird. Welche Berufe werden 2021 gefragt sein? Was braucht es als Mensch sich dann gut einrichten zu können? Ist unser Bildungssystem auf diese Herausforderungen vorbereitet? Wie geht dieses System mit der Generation Internet, den Digital Natives, um?
Geben Sie mir Antworten auf diese Fragen. Fragen Sie die Lehrer Ihrer Kinder danach. Schreiben Sie an die Bildungsbehörde Ihres Bundeslandes.
Nach längerer Zeit mal wieder ein etwas kritischer Beitrag, der unterstreichen sollte, dass die Wirtschaftkrise schlimm ist, die Bildungskrise aber viel, viel schlimmer – und keiner kümmer sich darum!
Und wen jetzt einige dieser Ansätze an Sir Ken Robinson erinnert haben: Richtig – Sie kennen sich aus! Er inspirierte mich zu diesen Zeilen. Insbesondere sein: We are educating people out of their creativity.

[...] Bildungskrise … über die Ausmerzung der Kreativität [...]
[...] Es gibt bereits einen weiteren Artikel, in dem ich das Thema Bildung behandele und den Spuren von Mr. Robinson folge: Bildungskrise … über die Ausmerzung der Kreativität. [...]
[...] habe einem ähnlich gearteten Themenkomplex bereits schon einmal einen Beitrag gewidmet, in dem auch der Bezug zu Sir Ken Robinson eine Rolle [...]
[...] denke ich an “Bildungskrise … und die Ausmerzung der Kreativität”, eben daran, dass unser Schulsystem, überhaupt wohl alle westlichen Schulsysteme, darauf [...]
eine kleine Antwort im neuen Jahr, nur einen Aspekt aus dem ganzen herauspickend:
die Herausforderungen im Jahr 2021 sind für Zukunftsforscher kein Problem, je nach der Aurichtung ihrer Forschung stoßen sie sich jeweils von den bisherigen Erfahrungen oder der Gegenwart ab, um Voraussagen machen zu können. Ob ein Bildungssystem jedoch, wie bisher, als wesentliche Aufgabe hat, “Schüler”, “Lehrnende”auf die schon geahnten Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, erscheint mir die herausfordernde Frage zu sein. Vielleicht ist ja das Geheimnnis von Kindheit, und damit von menschlicher Entwicklung, dass eben zunehmend nicht so sehr darauf gesehen wird, das wir heute sagen können, was in Zukunft vielleicht gebraucht wird, sondern ausschließlich darauf zu schauen, welche Zukunft aus den Fragen, Talenten, Neigungen und Willen der Kinder spricht, und danach jeweils Formen zu entwickeln, wie in Anstalten, die seit sehr sehr langer Zeit so ausehen wie unsere Schulen, diese Zukunft befördert werden kann. Dies schließt keineswegs aus, daß Kenntnisse vermittelt werden, die weit aus der Vergangenheit stammen. Aber die Frage, wer was für wesentlich hält doch aus den Kindern sprechen zu lassen, denn aus denen, die sich von Abschlüssen, Noten, Leistungsdruck und falschem Autoritätsglauben soweit von ihren eigenen Zukunftidealen haben ablenken lassen, den Lehrern und Eltern. Ich vermute, dass Schulen in naher Zukunft auch ihr Aussehen soweit verändern werden, dass man sie nicht schon kilometerentfernt als solche erkennen kann. Zumindest liegt dort eine meiner Hoffnungen.