Von Sinn, den Sinnfaktoren und Sinnmärkten.
Soviel Sinn in einem Satz WOW! Ab und an gelingt es mir mal ein Buch zu lesen. Als Bestandteil einer fünfköpfigen Familie bin ich in diesem Moment selbst erstaunt, dass ich Edward de Bono’s “THINK! Denken bevor es zu spät ist!” gerade erst im Dezember zu Ende gebracht habe. Und heute schon wieder ein gelesenes Buch. Über Sinn. Mehr noch, über den “Erfolgsfaktor Sinn”.
Diesmal habe ich sogar einen direkten Bezug … einer der Autoren, Bernd Vonhoff, ist ein Freund von mir. Ich frage mich schon die ganze Zeit, ob mir das eher einen weicheren oder einen eher kritischeren Blick auf die Ausarbeitung bescherrt. Mah. Ich glaube eher kritischer!
Dieses Buch liegt eigentlich voll auf unserer Linie Zukunftsfähigkeit. Es beschäftigt sich mit der Kernfrage der sinnhaften und motivierten Arbeit aus zwei Blickrichtungen: Aus Sicht des Mitarbeiters und aus Sicht des Unternehmens – wobei die persönliche Sicht eindeutig die größere Rolle spielt. Ausgehend von der Tatsache, dass unglaublich viele Menschen auf ihrem Arbeitsplatz nicht glücklich sind und das Gehalt eben als Schmerzensgeld betrachten, wird die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen aus dieser Perspektive betrachtet. Wenn Mitarbeiter nicht das Gefühl haben gebraucht zu werden, wenn sie keine Verantwortung … übernehmen mögen, ihnen Tag für Tag am Beispiel von anderen Kollegen ihr mögliches Schicksal in Form von Arbeitslosigkeit vorgeführt wird und gleichzeitig Manager ohne Plan und Strategie die Hand am Ruder haben, ohne wirkliche Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen, muss der Kurs ja Insolvenz sein – zukunftsfähig kann das auf keinen Fall sein. Weder für das Unternehmen, noch für die Mitarbeiter, noch für die Welt, die wir nicht vergessen wollen. Das Buch zeigt hier sehr detailliert auf, was solche Haltungen bewirken können, wie sehr diese den Persönlichkeiten der Mitarbeiter schadet. Und wer schlecht zu seinen Mitarbeitern ist, behandelt die Kunden oft auch nicht besser, nimmt diese nicht ernst, ist gar genervt von ihnen. Warum auch? Der Titel des Buches streicht es heraus und gibt hier eine einfache Antwort: Es gibt einen Wirtschafts- oder Erfolgsfaktor Sinn. Deshalb!
Die Evolution hat es gezeigt: Es überlebt nur der, der in der Lage ist sich fortwährend an seine Umgebung anzupassen, flexibel zu reagieren. So ist ein Teil der aktuellen Herausforderung Krise sicher auch unseren Schlachtschiffen in Form von Konzernen geschuldet: Massenhaft Sinn- zweifelnde Mitarbeiter, fehlende Transparenz, fehlendes Vertrauen in alle Richtungen und ein Vorgehen, wie es schon immer an den Tag gelegt worden ist – altes Denken. Das Buch zitiert hier einen Satz von Molière: “Man ist nicht nur verantwortlich für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut!” Wenn also der Unternehmenslenker keine schnelle E-Mail-Kommunikaiton mag, dann wünscht sein Kunde das vergeblich. Wenn der CEO weiter auf klassische Werbung setzt, der Kunde das aber total doof findet, macht der CEO dennoch weiter Werbung. Noch mehr sogar als bisher, weil ja weniger passiert, weniger gekauft wird. So zeigt sich, dass dieser Erfolgsfaktor Sinn Einfluß auf unsere Märkte nimmt. Kunden, wir nennen sie lieber die kommenden Prosumenten, wollen Sinn in den Produkten, die sie kaufen, sehen. Und sinnhafte Unternehmen, die diese produzieren. Im Zuge der Individualisierung gibt es so unendlich viele Kunden mit unendlich vielen individuellen Sinnbedürfnissen, die ideallerweise durch Anbieter von Waren oder Dienstleistungen zu erfüllen sind. Sinn stiften auf den bestehenden und stark kommenden Sinnmärkten ist angesagt. Deshalb wirkt Werbung, die nur für die Masse oder die vermeintliche Zielgruppe gemacht sein kann, eben nicht mehr so gut – immer weniger, wenn wir ehrlich sind. Was bleibt ist das was wir schon seit Jahren raten: Die Rückkehr zum Dialog! Sprechen miteinander, sprechen mit Prosumenten. Im gesamten Bild: Verantwortliche, zufriedene und glückliche Mitarbeiter sprechen mit ihren Prosumenten über Angebote, Produkte und deren Eigenschaften. Das sind dann Sinnmärkte.
Das Ganze Bild der Zukunftsfähigkeit, die eben auch einen großen Schuss SINN enthält, setzt sich aus den Bereichen
Wissen | Nachhaltigkeit (Sinn) | Offene Kommunikation
zusammen. Beeinflusst werden diese durch Transparenz und Vertrauen. Und ich habe aus dem Buch auch gelernt … z. B. dass die Übernahme von Verantwortung eine Voraussetzung von Identitätsbildung ist. Und Identität ist neben dem Dialog die wichtigste Zielgröße dieser Bemühungen.
Fazit: Wenn sich alle unglücklichen Mitarbeiter und Schmerzensgeldempfänger nach diesem Buch “Erfolgsfaktor Sinn” orientieren würden, konsequent Veränderungen bei ihrem Arbeitgeber einfordern würden und dabei auch ihre wahrhaftige Kündigung mit in die Waagschale werfen würden … ja dann, dann wäre Revolution und viel gewonnen. Der Wandel würde auch hier geschehen und das Unternehmen 2.0 (Enterprise 2.0) wäre endlich auf breiter Front geboren. Und diese Unternehmen 2.0 würden wieder Erfolg haben … ganz sicher! Erfolg, der auch dem LOHAS-Motiv sehr zupass oder sinnhaft kommen würde.

[...] wäre doch mal was. Eigentlich konsequent … gerade wenn wir beispielsweise aus dem “Erfolgsfaktor Sinn” wissen, dass ganz viele Menschen Ihren Beruf bei gleichem vorhandenem Geld nicht freiwillig bzw. [...]
[...] Eben habe ich die Lektüre des Buches “Erfolgsfaktor Sinn” abgeschlossen und eine kleine Rezession in den Trends & Wege News darüber geschrieben, da fällt mir plötzlich in diesem Kontext der Vortrag vom Wochenende ein. [...]