Moderne Mythen: Karriere … muss sein!?

Von o.selaff, 24. März 2010 17:29

Endlich … geht es weiter mit der Serie ;-) . Heute zum Thema Karriere.

Wollen Sie Karriere machen? Haben Sie Karriere gemacht? … wahrscheinlich kennen Sie diesen Blog inzwischen so gut, dass Sie nicht einfach mit einem lauten und eindeutigen JA auf eine dieser Fragen antworten würden … oder? Ich höre vielleicht ein zartes ja mit einer Menge Absicherungen, Erklärungen und Begründungen hinten dran, oder?

(c) Ernst Rose pixelio.de

(c) Ernst Rose pixelio.de

Ist Karriere heute noch erstrebenswert? Für Sie? Für Ihre Kinder? Oder wird Karriere für Ihre Kindeskindes noch “hipp” sein? Haben Sie nicht deshalb auch studiert, um eben diese “Karriere zu machen”? Ich kenne eine Menge Menschen, die eben das denken und einem Teil ihrer Lebensentwürfe zugrunde gelegt haben.

Dagegen kenne ich wenige, die von sich sagen “Karriere – brauche ich nicht” oder “Karriereauf- oder abstiege sind mir fremd” oder “Karrieresicherung – was soll das sein?”. Passt Karriere überhaupt noch in unser Denken? Für viele ist Karriere viel Einkommen (so als kleinsten gemeinsamen Nenner sagen wir mal so jenseits der Euro 60.000.- p. a.), Macht über andere (Führungskraft) und ein Dienstwagen – am besten Benz, BMW oder Audi. Nur: Mit Blick auf die Lebensbilanz … sind diese Karriere-Menschen besser, glücklicher oder vielleicht ausgewogener? In der Mehrzahl wohl eher nicht, denn in unserer Gesellschaft bedeutet Karriere … im Moment noch gleichzeitig …

  • Viel Stress
  • Wenig Zeit
  • Kaum Familienleben & Freizeit
  • Druck
  • Statusangst (verlieren!)
  • Eher suchtanfällig
  • Verstärkte Abhängigkeit

Um einige Punkte zu nennen …

Gibt es überhaupt eine Alternative zum “Karriere machen”, die sich auch gut im Lebenslauf macht – gar eine explizite Entscheidung dagegen?

1999 bis heute: Lebens-Entscheidung gegen Karriere – ich wollte mich inhaltlich mehr meinen Aufgaben widmen, mich tiefer mit den Dingen auseinander setzen, weniger instrumentalisiert werden und weiterhin intensiven Kontakt zu Kollegen und Kunden pflegen können.

Das wäre doch mal was. Eigentlich konsequent … gerade wenn wir beispielsweise aus dem “Erfolgsfaktor Sinn” wissen, dass ganz viele Menschen Ihren Beruf bei gleichem vorhandenem Geld nicht freiwillig bzw. ehrenamtlich machen würden.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit dem Personalleiter eines deutschen Konzern im Sommer letzten Jahres, der davon sprach, dass er Schwierigkeiten hat Talente und Fachleute zu finden und diese an seinen Konzern zu binden. Firmen wie Google oder eBay ziehen diese Talente einfach deutlich mehr an – seiner Schlußfolgerung nach auch, weil diese Firmen einen alternativen Arbeits- und Lebensstil unterstüzen, die Frage nach der Vereinbarkeit von Leben und Arbeiten scheinbar sinn- und glaubhaft beantworten können.

Und Sie? Ist für Sie Firmenwagen und dicker Gehaltsscheck mit jeder Menge Schmerzengeld noch immer das Ziel? Oder merken Sie auch an sich selbst, dass es das nicht mehr sein kann? Überhaupt: Bei den Entlassungen der letzten Jahre war es meist so, dass die Arbeit nicht weniger wurde sondern nur auf weniger Schultern verteilt wurde – aus meiner Sicht blühen uns in nächster Zeit jede Menge burn out Patienten. Sie sollten in eben eine solche Klinik investieren oder aber sich rechtzeitig einen guten Platz sichern … wenn Sie weiter Karriere machen möchten.

Vielleicht ist es aber auch die Macht, die Sie reizt. Diese ist allerdings auch nur noch etwas mit begrenzter Lebenserwartung: Eigenverantwortung ist das Schlagwort der Zeit – umgesetzt z. B. im Unternehmen 2.0 (Enterprise 2.0).

Macht ein Mensch mit einem ausgeprägten LOHAS-Motiv eigentlich eher Karriere oder gerade nicht?

Fazit: Tja … mich würde Ihres interessieren. Vielleicht in einem Kommentar zu diesem Beitrag? In jedem Fall geht es hier um Ihre persönliche Zukunftsfähigkeit und die Ihrer Familie.

Unsere kleine Mythen-Serie besteht bisher aus:

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